Oscillars Radar N°10/26
Wer sich ständig mit anderen vergleicht wird vor allem eins: Gleicher
Juchhu und Trommelwirbel: Ich habe mein erstes Jubiläum mit Oscillars Radar erreicht, die 10. Ausgabe. Ich freue mich echt darüber und will mich vor allem bei allen bedanken, die lesen, liken, kommentieren (meist eher im privaten Kontakt) und zuletzt natürlich vor allem bei denjenigen, die den Newsletter abonniert haben. Stand heute sind wir bei 28 Abonnenten und mit der Nummer 9 vom letzten Sonntag habe ich erstmals mehr als 100 Leser erreicht. Wie schön!
Ich versuche weiter dem Motto (mal vor Jahren bei Förster&Kreuz gelesen und für gut befunden) im obigen Untertitel treu und für euch individuell und subjektiv zu bleiben.
PERSÖNLICHES - Mein Highlight der Woche
Für den ein oder anderen mag es profan wirken. Aber mein Highlight der Woche war eine Fahrt mit einer alten Tatra-Straßenbahn in Leipzig. Und damit ihr nicht denkt, dem fällt ja nun scheinbar gar nichts besonderes mehr ein als eine gewöhnliche Straßenbahnfahrt. Das Besondere daran: Ich bin sie selber gefahren. Zwar saß ein Ausbilder neben mir. Aber ich konnte völlig selbständig mitten durch Leipzig fahren. Er hatte nur sicherheitshalber den Fuß auf/an einer Extra-Bremse. Ganz ehrlich, als Junge wollte auch ich (natürlich?) Lokführer werden. Das ist nun noch nicht so ganz in Erfüllung gegangen, aber Straßenbahn geht doch schon in die richtige Richtung. Vielen Dank an die Leipziger Verkehrsbetriebe, die mir das im Rahmen einer Veranstaltung ermöglicht haben. Auf jeden Fall weiß ich, dass sie dort auch einen Fahrsimulator haben, für den ihr euch privat anmelden könnt. Bei den “echten” Fahrten bin ich mir nicht sicher. Also, glaubt an eure Träume. Manchmal gehen sie einfach so in Erfüllung.
IMPULSE - Inspirationen für Kopf, Körper, Seele
Heute möchte ich euch ein Buch ans Herz legen. Ich habe es vor einiger Zeit gelesen und in Zeiten wie diesen (siehe letzter Newsletter), wo man sich doch wieder mehr mit Familie und deren unterschiedlichen Generationen beschäftigt, kam es mir wieder in den Sinn.
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich damals auf das Buch gekommen bin. Ich meine, ich habe irgendwann mal eine Rezension dazu gelesen. Vermutlich war sie gut und deswegen kaufte ich das Buch. Ihr müsst wissen, dass ich das sehr oft mache. Also Bücher kaufen, die irgendwo als gut beschrieben werden. Das Problem ist nur, ich komme mit dem Lesen nicht hinterher. Das ist dann auch der Grund, warum ich nicht mehr weiß, woher die Anregungen kamen. Aber irgendwann schaffe ich bestimmt mal alle Bücher zu lesen, die so bei mir rumstehen.
Aber zurück zu dem Buch. Es geht um David Grossmanns “Kommt ein Pferd in die Bar”. Grossman zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur und erhielt unter anderem den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Für dieses Buch erhielt er sogar den “International Booker Prize” (Ableger des berühmten Booker Prize speziell für nichtenglischsprachige Autoren).
Nach den ersten Seiten zweifelte ich jedoch, ob es denn wirklich so gut sei. Ein Typ, scheinbar ein wenig wirr, tritt in einem Lokal oder einer Bar als Comedian irgendwo in Israel auf. Es ist nicht ganz klar, in welcher Zeit es spielt. Irgendwie nicht ganz heute, vielleicht so um die 2000er Jahre. Er führt ein Programm auf. Die Leute sind wegen ihm gekommen. Es ist eine Art Stand-up-Comedy, die er vorführt. Jedoch gibt es immer Abschweifungen, wie seltsame hick-ups, Ausflüge in sein früheres Leben, die den Auftritt immer seltsamer erscheinen lassen. Und dies dauert relativ lange an, viele viele Seiten lang. Ich fragte mich ständig, was soll da noch kommen? Bleibt das so? Löst sich irgendwas überhaupt irgendwann auf? Aus meiner Sicht ist der Erzählbogen vielleicht etwas überspannt und mancher Geduldsfaden wird eventuell zu sehr auf die Probe gestellt. Allerdings glaubt mir, es lohnt sich, dran zu bleiben. Auch wenn es manchmal weh tut, ab und zu schamvoll wird und man hin und her gerissen ist, wie man diesen Typen auf der Bühne nun finden soll.
Letzten Endes taucht er immer tiefer in seine Kindheit ab, immer länger und intensiver, und hat dabei auch Begleiter unter den Zuschauern. Es geht um generationsübergreifende Traumata, Verrat und Verlust. Klingt bisschen seltsam, oder? Ist es auch. Sprachlich ist es es jedoch total ergreifend und ich fühlte mich am Ende etwas matt und kaputt. Es strengte mich beim Lesen regelrecht an. Das soll nicht abschrecken, im Gegenteil. Nur leichte Kost für den Strandurlaub ist es allerdings nicht.
Unzählige Gedanken blieben in meinem Kopf. Was war wie gemeint und wie geht es weiter? Aber ich will nicht zu viel verraten.
Ich weiß noch, Zufall oder nicht, bewusst oder unbewusst: Einige Tage nachdem ich das Buch gelesen hatte, redeten meine ältere Tochter und ich sehr lange mit meinen Eltern über ihre jeweiligen Kindheiten. Und ein wenig verbanden sich die Geschehnisse in dem Buch mit den Erlebnissen meiner Eltern als Kinder. Manches war durchaus ähnlich dramatisch und traurig!
LIFESTYLE & KULTUR - Das Schöne
Schon lange möchte ich euch hier das aus meiner Sicht aktuell beste (im Sinne von frisch und spannend) Restaurant in Dresden vorstellen. Bei Gesprächen mit Freunden, Bekannten oder Kollegen stelle ich immer wieder erstaunt fest, dass es viele noch nicht kennen. Mittlerweile haben zumindest die meisten schonmal davon gehört, da es letztes Jahr seinen ersten Stern bekommen hat. Aber es liegt etwas am Rand von Dresden. Vielleicht ja deswegen.
Passend zur Lage: Es heißt “Heiderand”. Unter dem Link könnt ihr gern alles nachlesen. Es hat eine schöne Familiengeschichte. Nun ist sozusagen der Junior am Ruder und das auch erst seit wenigen Jahren. Da wir in der Nähe wohnen, sind wir von Anfang an immer mal dort essen gewesen. Und ganz ehrlich, nach den ersten beiden Malen hat man gespürt, dass sich da was tolles entwickelt (und entwickeln will). Für uns war es wirklich nur eine Frage der Zeit, bis es den Stern geben würde. So war es dann auch.
Die Atmosphäre ist wirklich super angenehm, nicht so Schickimicki (lustig, das Wort mal zu schreiben). Mobiliar und Ausstattung strahlen gleichzeitig was Bodenständiges und doch Modernes aus. Die Tische lassen ausreichend Platz zum Nachbarn, man kann in Ruhe reden, der Nachbar kann nicht wie in manch anderen Restaurants mehr oder weniger gefühlt auf meinen Teller greifen. Die Karte ist alternativ vegan und nicht-vegan und was viele glaube ich besonders toll finden, man kann auch a-la-carte essen. Das alles ebenfalls nach wie vor zu annehmbaren Preisen, erst recht in Anbetracht dessen, es nun mit einem Sterne-Restaurant zu tun zu haben.
Die Inhaber, ein junges Paar, er ist der Koch, sie u.a. im Service (und sicher noch viel mehr), sind so nahbar und freundlich, dass man wirklich gern dort ist. Bisher sind wir kulinarisch noch nie enttäuscht worden und es gibt, selbst wenn man schon etwas hochwertigere Restaurants kennt, immer wieder überraschende Menüs und Speisenkombinationen. Die Weinkarte wächst, sowohl regional, aber natürlich auch international geprägt. Hier kann ich mir noch etwas Ausbau durch den Stern vorstellen.
Alles in allem total empfehlenswert. Mittlerweile sollte man, zumindest am Wochenende, ausreichend im Voraus buchen. Die Sterne-Touristen sind unterwegs und sorgen scheinbar und glücklicherweise für eine tolle Auslastung. Bestimmt werden wir vom Heiderand noch viel hören, eventuell ja auch noch etwas mehr Sterne sehen?!




WERTE & FINANZEN - Relevantes vom Markt*
Zur 10. Ausgabe habe ich mir heute was besonderes ausgedacht. Wer mir auf Instagram folgt, hat die kleine Vorankündigung ja eventuell schon mitbekommen. Ich werde ab sofort ein Musterdepot führen mit den Werten, die ich euch bereits empfohlen und zukünftig weiterhin noch empfehlen werde. So könnt ihr absolut transparent nachverfolgen, ob meine Empfehlungen für euch gute Erträge erwirtschaften und erfolgreich sind, oder eben auch nicht.
Wichtig für euch zu wissen: in jedem Wert, ETF, Rohstoff oder was auch immer ich euch empfehle, bin ich persönlich ebenfalls investiert. Wie der typisch Deutsche sagen würde, bin ich damit mit “skin in the game” (geprägt hat den Begriff der Autor und Risiko-Experte Nassim Nicholas Taleb). Also wenn ihr finanzielle Schmerzen empfindet, weil wir Verluste machen, habe auch ich welche. Deswegen werde ich natürlich alles tun, um dies tunlichst zu vermeiden.
Das Musterdepot wird mit 20.000 € Cash ausgestattet und ich werde maximal bis zu 20 Werte darin sammeln (mehr wird unübersichtlich). So wird jeder Wert, den wir kaufen, um die 1.000 € beim Start wert sein. Kosten/Steuern/Dividenden werde ich ebenso im Depot mitführen, so dass alles realistisch abgebildet ist. Natürlich nutze ich dafür die tolle App von Parqet, die ich euch letzten Sonntag bereits vorgestellt habe. Dort führe ich das Portfolio öffentlich unter diesem Link. Damit könnt ihr tatsächlich jederzeit Einblick in alles erhalten. Also speichert euch den Link idealerweise in euren Lesezeichen. Wirklich cool bei Parqet: ihr könnt euch wirklich alles anschauen im Musterdepot, ohne bei Parqet registriert zu sein (siehe die Pics). Aber so oder so, zu jedem Monatsende werde ich den aktuellen Stand des Depots hier abbilden.
Mein kleines Geschenk zum Jubiläum für euch und noch mehr Ansporn für mich, auch wirklich nur sehr durchdachte und langfristig erfolgversprechende Investments zu empfehlen.
MUSIK - Tipps zum Tanzen und Hören
Da heute Monatsende ist, gibt es wieder meine Oscillars MusicRadar-Playlist für April. Da findet ihr ja neben den Empfehlungen aus den jeweiligen Newslettern weitere Musik, die mich die letzten 4 Wochen aus unterschiedlichen Gründen bewegt hat. Freut euch auf das ein oder andere Vertraute oder doch vielleicht Überraschende.
Startet gut in den Mai! Es wird schön.
*Ein kleiner Nachtrag in eigener Sache (Disclaimer): Ich teile hier meine persönlichen Gedanken und Investitionen. Dies ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Märkte sind unberechenbar, und Investitionen sind immer mit Risiken verbunden. Bitte bilde dir immer deine eigene Meinung und investiere nur Geld, dessen Verlust du dir im schlimmsten Fall leisten kannst.






