Oscillars Radar N°3/26
Respekt und alles Gute für meine Leserinnen zum Internationalen Frauentag
Was für eine wunderschöne frühlingshafte Woche war das denn. Allein das hätte schon mein persönliches Highlight für dieses Mal sein können. Je älter ich werde, umso mehr schätze ich die Sonne und Wärme und die Helligkeit in meinem Leben. Vielleicht bringt euch Newsletter N°3 auch ein wenig davon in eure Herzen. Viel Spaß!
PERSÖNLICHES - Mein Highlight der Woche
Im Rahmen meiner Mitgliedschaft in der Schmalenbach-Gesellschaft war ich diese Woche für 2 Tage in Bochum für ein entsprechendes Arbeitskreis-Treffen. Ja, ihr habt richtig gelesen, Bochum. Und nun fragt ihr euch sicher, wie Bochum und Highlight der Woche zusammenpassen. Denn Bochum ist eher nicht bekannt für “attraktiv” und “Ziel aller Träume”, zumindest bei mir. Ich hatte am Vorabend der Veranstaltung ein wenig Zeit, durch die Innenstadt zu schlendern und tatsächlich sah ich da auch erst einmal all meine Vorurteile bestätigt. Überall 60er/70er-Jahre Betonbauten, vieles in die Jahre gekommen und nicht gepflegt, keine attraktiven Geschäfte etc. Wenn man mittlerweile Leipzig oder Dresden gewohnt ist, wirklich ein himmelweiter Unterschied. Allerdings weiß ich auch, dass ich Bochum hier sicher unrecht tue. Mein Eindruck ist super eng und würde ungefähr dem entsprechen, wenn man in Dresden die Prager Straße bis zum Bahnhof gehen würde und dann behauptet , man kenne Dresden. Also verzeiht mir das ein wenig Oberflächliche. Aber mir gehts ja nicht um Sightseeing-Tipps. Man spürt in Bochum förmlich den Strukturwandel in den Straßen der Innenstadt, relativ hohe Arbeitslosigkeit (9% im Februar, Dresden hat 7,3%) und eher klamme Stadtkassen. Gründe dafür gibt es genug: Erst der Rückgang der gesamten Kohle-Industrie vor einigen Jahrzehnten, dann die Schließung des Stammwerkes von Opel mit ursprünglich einmal über 10.000 Beschäftigten vor einer Dekade. Wenn man den Niedergang der Zulieferindustrie mit einrechnet, ist das bei einer Einwohnerzahl von ca. 380.000 schon ein starker Einschnitt.
Nun aber zu dem, was den Besuch für mich zum Highlight der Woche machte.
(Vorher kleine Randnotiz: Nach der Hinfahrt mit der Deutschen Bahn und tollem Service und pünktlicher Ankunft dachte ich schon, dass könnte mein Highlight werden. Leider war die Rückfahrt dann doch wieder mit über einer Stunde Verspätung verbunden. Da schied das dann aus. Nichtsdestotrotz habe ich gemeint zu verspüren, dass seit dem Antritt der neuen Bahn-Chefin ein anderer Ton, freundlicher aber auch wieder selbstbewusster, bei den Bahnmitarbeitern aufkommt. Das freut mich speziell für sie, da der Job wirklich oft kein Spaß ist.)
Doch zurück zu Bochum. Im Rahmen meiner Veranstaltung gab es u.a. einen Vortrag des Chefs der Stadtentwicklung Bochum (starker Typ, Herr Wollinger) und die Veranstaltung selber fand auf dem ehemaligen Gelände des Opel-Werkes statt in den heutigen modernen Räumen (z.B. der MAKERSPACE) eines Teils der Ruhr-Universität Bochum. Diese befinden sich im alten Verwaltungsbau von Opel. Das gesamte Werk ringsum wurde jedoch abgerissen. Allein schon beeindruckend, was auf diesem Gelände bisher bereits neu gebaut wurde. Absolut moderne und toll ausgestattete Gebäude für Lehre und Forschung, für ausgegründete Start-Ups und Partner-Unternehmen stehen zur Verfügung. Die Uni hat mittlerweile einen Exzellenz-Cluster für Cybersecurity und ist führend auf diesem Gebiet mindestens in Deutschland, wenn nicht darüber hinaus. Ansiedlungen auf dem Gelände zielen darauf ab, Netzwerke und Partnerschaften zwischen Unternehmen, Instituten und der Uni zu schaffen. Und das gelingt nun nach den vielen Jahren mehr und mehr. Das Team der Stadtentwicklung arbeitet intensiv noch an vielen weiteren Projekten, die diesen erneuten Strukturwandel in der Region bewältigen helfen sollen.









Beeindruckend für mich ist dabei der Gestaltungswille der Beteiligten, Bochum wieder zu einem attraktiven Standort für die Einwohner und natürlich auch für Wirtschaft und Industrie zu machen, allen Widrigkeiten zum Trotz. Die wenigen Bochumer, mit denen ich in Kontakt kam, waren super freundlich, offen, positiv und zugewandt (so Ruhrpott eben), sowohl im Service in Restaurants und Hotel, wie auch die persönlichen Kontakte auf der Veranstaltung. Vieles von dem (außer vielleicht die positive Stimmung?!) erinnert mich an die Regionen hier in Sachsen mit den Ansiedlungen von Auto- und Chipindustrie vor vielen Jahren und wie daraus Erfolgsgeschichten wurden. Was auch klar wird: Wenn wir heute über strukturschwache Regionen reden, so ist das längst keine Diskussion mehr über Ost vs. West. Es betrifft ganz Deutschland unterschiedlich, unabhängig ob das früher mal alte oder neue Bundesländer waren.
Meine Learnings aus diesem Besuch und den neuen spannenden Information von vor Ort:
Man sieht, wie sehr solche Entwicklungen nicht nur von Fördergeldern sondern durchaus auch von einzelnen handelnden Personen abhängen und deren Engagement und Einsatz und Initiative. Menschen, die das alles zusammenhalten und nach vorn bringen und auch bei Rückschlägen weiter machen. Was dort und auch hier bei uns passiert ist und geschaffen wurde in den letzten Jahren, gibt mir durchaus die Zuversicht, dass vieles gar nicht so schlecht ist in unserem Land, wenn man genau hinschaut (trotz aller definitiv noch vorhandenen Defizite und insbesondere in den ländlichen Regionen dringend zu lösender Probleme).
Wenn man sich auf die historische, eher langfristige Zeitebene begibt, sieht man: wir Menschen hier sind schon in der Lage, große strukturelle Brüche zu bewältigen. In Bochum gab es wie gesagt mehrere davon in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Zusammenbruch der Kohleindustrie und später dem Weggang von Opel und anderen Großunternehmen. Und klar, für alle mittlerweile etwas älteren Menschen im Osten des Landes die Wende als DER große Bruch der letzten Jahrzehnte hier. Aber auch früher mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, der Erfindung des Autos, der Entwicklung des Internets usw. sind diese Brüche immer schon da gewesen. Und nun, mit KI und Digitalisierung steht uns vermutlich der größte aller Umbrüche bevor, bzw. wir sind schon mittendrin (von der Veränderung der geopolitischen Lage möchte ich nicht auch noch reden, aber das kommt sicher erschwerend hinzu). Zuversichtlich sollte uns jedoch stimmen, dass über einen längeren zeitlichen Horizont die Menschen diese Umbrüche stets bewältigt haben. Es entstehen immer wieder mindestens so viele Arbeitsplätze in den neuen Industrien, wie in den alten verloren gingen (in Bochum werden auf dem Opelgelände innerhalb der nächsten Jahre mehr als 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen und damit ebensoviele wie bei Opel beschäftigt waren). Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es in diesen Übergangsphasen mindestens jedoch 1-2 Generationen an Arbeitskräften geben wird, die zu den Verlierern dieses Wandels gehören. Ein Band-Mitarbeiter bei Opel wird wohl (leider) eher nicht der neue Mitarbeiter von Bosch am gleichen Standort als Spezialist für Cybersecurity. Und hier kommt dann die Politik und unsere Gesellschaft ins Spiel. Was können wir tun, um das möglichst gut und sozial verträglich zu begleiten? Gesellschaftliche Spaltung wird sicher nicht helfen. Wir werden das, was da auf uns zukommt die nächsten Jahre, nur gemeinsam schaffen. Wie die Bochumer auf einem der Bilder am Bahnhof allen An- und Abreisenden mitgeben: ”Hier, wo das WIR noch zählt”. Fand ich schön.
IMPULSE - Inspirationen für Kopf, Körper, Seele
Mit zunehmendem Alter wird man ja nicht wirklich beweglicher. Dementsprechend versuche ich zumindest so 2-3 Mal pro Woche (also schon meistens so ungefähr) Yoga zu machen. Es hilft auch ein wenig der einseitigen Belastung vom Joggen entgegenzuwirken. Morgens nach dem Aufstehen sind schon so 15-20 min drin. Und mit meinem Tipp heute richte ich mich wirklich an alle bisherigen absoluten Nicht-Yoga-Ausüber, die vielleicht Lust haben, es mal auszuprobieren. Alle anderen überspringen die nächsten Zeilen bitte. Ich bin blutiger Anfänger und vermutlich wissen 90% von euch mehr darüber als ich. Ihr wisst sicher gleich von wem ich rede, wenn ich sage, dass sie mir auf YouTube wirklich hilft und von einfach bis schwierig, von kurz bis lang alles anbietet, und das auf einfach freundlichste und sympathische Art. Die Rede ist von Mady Morrison. Sie hat über 4 Mio. Follower und ist sicher eine der Yoga Gurus (ist das eigentlich auch die weibliche Form?!) in Deutschland und auf YouTube. Also alle Profis, bitte nehmt mir das allzu Offensichtliche nicht übel. Und alle anderen, probiert es aus. Ich kann wirklich aus eigener Erfahrung sagen, mit der Zeit wird man beweglicher (auch wenn vieles bei mir echt lustig aussieht) und die Rückenschmerzen werden besser, gerade wenn man viel im Sitzen arbeitet.
LIFESTYLE & KULTUR - Das Schöne
Wenn wir hier über Lifestyle reden, komme ich nicht umhin, auch über Apple-Produkte zu reden. Ich weiß, da scheiden sich oft die Geister. Ich bin jedoch vor vielen Jahren komplett umgestiegen (und ja, es fing mit dem iPhone als “Einstiegsdroge” an, iPhone 3 bei mir, solange ist das her) und wenn man einmal im Apple-Kosmos unterwegs ist, kommt man nicht so schnell wieder raus. Nicht weil man nicht kann, sondern weil man nicht will. Diese Woche sind einige neue Geräte released wurden. Es gibt neue iPads und neue MacBooks, wieder sehr unterschiedliche von Standard bis sehr leistungsfähig. Worauf ich aber besonders hinweisen will. Apple bietet jetzt zum ersten Mal überhaupt ein für Apple-Verhältnisse echt preisgünstiges Modell an: Das MacBook Neo. Der Startpreis liegt in Deutschland bei 699 € und ist damit ein wirkliches Einsteigermodell. Das Neo positioniert sich unterhalb des MacBook Air. Es richtet sich primär an Schüler, Studierende oder Nutzer, die ein schickes, leichtes Gerät für alltägliche Aufgaben wie Surfen, Streaming und Office suchen, ohne über 1.000 € auszugeben. Und mal ehrlich, wieviele von uns machen so viel mehr darüber hinaus. Also eine echte Alternative und ziemlicher cooler Move von Apple, der einige andere Hersteller unter Druck setzen wird.
Einen Filmtipp muss ich unbedingt heute auch noch für euch bringen. Also ich hoffe unbedingt, dass es ein Tipp ist. Tommy Shelby von den Peaky Blinders ist zurück, ab dem 20. März auf Netflix. Mit "Peaky Blinders: The Immortal Man" - sogar im Spielfilm-Format, lang ersehnt und von mir nie zu hoffen gewagt. Ich freue mich wahnsinnig. Auch wenn die letzte Staffel der Peaky Blinders aus meiner Sicht nicht mit den ersten komplett mithalten konnte, so war es doch eine der famosesten und erfolgreichsten Serien auf Netflix in den letzten Jahren. Und kleiner Spoiler - nach dem Film sollen noch weitere Serienstaffeln folgen. Traum!
WERTE & FINANZEN - Relevantes vom Markt*
Nachdem ich letzte Woche etwas grundsätzlicher über einen sehr relevanten Indikator geschrieben habe, möchte ich euch heute mehr zu einer konkreten Aktie sagen.
Es geht um die Target Corporation (TGT) Target ist einer der führenden Einzelhändler in den USA und bietet mehrheitlich preiswerte Alltagsartikel an. Mit über 2.000 Filialen und einem starken Fokus auf Eigenmarken sowie exklusiven Partnerschaften versucht sich Target in einer attraktiven Nische zwischen klassischem Discounter und eher gehobenem Warenhaus. Nachdem Target in den vergangenen zwei Jahren mit Überbeständen und einer Konsumflaute im Lifestyle-Segment zu kämpfen hatte, trägt die strategische Neuausrichtung nun Früchte. Mit den letzten Quartalszahlen hat Target gezeigt, dass es seine operativen Probleme zumindest vorerst erfolgreich gelöst hat. Der Aktienkurs hatte sich seit 2021 fast gedrittelt und geht nun wieder nach oben. Der Kurs ist jedoch immer noch unter dem von mir zuletzt beschriebenen 200-Wochen-Durchschnittskurs, also verhältnismäßig unterbewertet. Aus meiner Sicht ist Target demnach ein echter “Turnaround-Kandidat”. Außerdem werden meiner Meinung nach diese Art von Einzelhandelsunternehmen wie Target in den nächsten Monaten von der schwieriger werdenden konjunkturellen Lage in den USA profitieren, da die Konsumenten zunehmend preissensitiver werden. Walmart hat es in den letzten Monaten vorgemacht. Ich bin diese Woche mit einer ersten Position eingestiegen und werde diese nach und nach ausbauen. Da Target zudem noch ein sogenannter Dividendenkönig ist (ein schönes Thema für einen der nächsten Newsletter), werde ich langfristig investieren, da man durch die sehr kontinuierlichen und vergleichsweise hohen Dividenden, die Target zahlt, auch Geld verdient, wenn der Aktienkurs nicht exorbitant steigen sollte.
MUSIK - Tipps zum Tanzen und Hören
Diese Woche kam mir ein Lied unter, ich weiß nicht mehr wo und wieso. Es ist von nand, der mir schon öfter durch coole Texte aufgefallen ist. Auch dieses Mal sprach mich das Lied gleich an. Es geht um Freunde. Und selbst wenn es nicht viele davon gibt. Einige wenige sind genug. Es muss nicht immer alles mit jemandem gemeinsam erlebt werden. Aber wie singt er so schön:”Was ist ein Leben wert, wenn man es nicht teilt … “
Neben dem Song muss ich euch unbedingt noch Termine von Konzerten zweier meiner Lieblingskünstler mitgeben. Der mich (bzw. wohl eher ich ihn) schon viele viele Jahre musikalisch begleitende Get Well Soon kommt tatsächlich nach Dresden ins BEATPOL und - ich habe schon Tickets. Termin ist am 04.Juni. Ich kann mir vorstellen, dass es schnell ausverkauft sein wird. Also sputet euch. Alternativ gibt es u.a. noch ein Konzert in Berlin im Lido, direkt am Tag danach.
Nicht ganz so viele Jahre, aber nun mittlerweile auch schon einige Zeit, mag ich Arlo Parks sehr sehr. Sie spielt am 31.Oktober in der Uber Eats Music Hall in Berlin, und, alternativ interessant insbesondere für Dresdner, auch noch am 21.November im Archa+ in Prag. Da bin ich noch nicht mit Tickets versorgt, gehe aber mit großer Wahrscheinlichkeit hin. Wer die beiden noch nicht kennt, unbedingt reinhören und dann hingehen!
Für heute ist zu Ende. Bleiben wir uns entsprechend dem Motto der Bochumer (s.o.) verbunden. Ich freue mich auf mehr MIT euch.
*Ein kleiner Nachtrag in eigener Sache (Disclaimer): Ich teile hier meine persönlichen Gedanken und Investitionen. Dies ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Märkte sind unberechenbar, und Investitionen sind immer mit Risiken verbunden. Bitte bilde dir immer deine eigene Meinung und investiere nur Geld, dessen Verlust du dir im schlimmsten Fall leisten kannst.




tolle inspiration :)) gut geschrieben!