Oscillars Radar N°16/26
Manchmal ist bisschen viel auch
Schönen Sonntag wünsche ich euch und heute muss ich wirklich sagen, dass es eine intensive und anstrengende, aber jetzt nicht negativ, Woche war. Wenn so auf allen Ebenen wie Arbeit, Freizeit, Sport, Aktien, Social Media gleichzeitig mal die Intensität ansteigt, muss ich schon gut organisiert sein. An so Tagen, wo wirklich eins nach dem anderen kommt und man zwischendurch grad mal ne viertel oder halbe Stunde zum Durchatmen (oder Duschen) hat, dann brauchts echt gut Kraft. Ich versuche dann ganz bewusst zwischendrin durchzuatmen und mir zu sagen, dass es nur momentan so ist und nicht dauerhaft und dass mich ja nichts zwingt, mich zu stressen. Sondern die Termine/Themen kommen einfach nur gut sortiert hintereinander und müssen eben erledigt werden. Das hilft dann schon. Nur wenn es dauerhaft über viele Tage/Wochen so wäre, würde ich ehrlicherweise auch an meine Grenzen kommen. Wie geht ihr mit solchen Phasen um? EINE Möglichkeit wie ich damit umgehe, findet ihr ganz am Ende.
PERSÖNLICHES - Mein Highlight der Woche
Nach meinem Intro könnt ihr euch sicher vorstellen, dass es einiges diese Woche gab. Und tatsächlich fällt es mir schwer, daraus tatsächlich DAS Highlight auszuwählen. Ich habe mich für das Konzert mit Get Well Soon entschieden. Die waren am vergangen Mittwoch in Dresden im Beatpol (unten mehr dazu). Der Name und auch dass sie seit ihrem Beginn als Band vor 20 Jahren ausschließlich Englisch singen, lässt nicht unbedingt vermuten, dass sie aus Deutschland kommen. Der Sänger, Konstantin Gropper, stammt aus Baden-Württemberg und soweit ich mich erinnere, war er einer der ersten Absolventen der damals neu gegründeten Mannheimer Pop-Akademie. Mein erster Kontakt mit Get Well Soon war der für mich heute immer noch unglaublich krasse Song “Angry Young Man”. Das war 2010 auf dem Album “Vexation”. Der Durchbruch damals als Band bei einem breiteren Publikum.
Obwohl ich die Band auch schon fast von Beginn an höre, war es mein erstes Konzert mit ihnen. Und es war so gut, wie ich es mir erhofft hatte. Da es tagsüber recht warm war und das relativ kleine Beatpol ausverkauft, heizte sich der Saal auf sicher 40 Grad plus auf. Zum Glück haben Get Well Soon auch paar ruhigere Songs, so dass man zwischendurch mal etwas chillen konnte. Die Band gab alles und Konstantin war zwischen den Songs ein echt witziger Unterhalter. Live waren sie nicht ganz so sauber meiner Meinung nach wie auf der Platte, aber machten das mit Engagement und guten Vibes wett. Alles in allem ein wirklich schönes Konzert. Auch dieses Mal kam ich nicht umhin ein Band-Shirt zu kaufen. Es war aber auch zu süß. Seht selbst:
IMPULSE - Inspirationen für Kopf, Körper, Seele
Dieses Mal empfehle ich euch ausnahmsweise mal kein Buch. Ich muss ein wenig rücksichtsvoll mit euch und eurem Geld umgehen. Der/die ein oder andere hat mir schon zurückgemeldet, dass sie die empfohlenen Bücher gekauft haben. Das freut mich natürlich ungemein und ich hoffe, ihr zieht genauso viel daraus wie ich.
Auch wenn ich in einem der letzten Letter schon über die Leistung eines Ultra-Läufers berichtet habe und wie inspirierend ich solche Leistungen finde, so möchte ich heute doch nochmal jemand ähnlichen vorstellen hier. Es ist eine Frau und leider hat sie nicht den extremen Bekanntheitsgrad wie der erwähnte Arda Saatçi – in N°12 zuletzt. Das spricht vor allem für seine Marketing-Abteilung. Denn die Leistung der Frau ist nicht minder stark. Es geht um Joyce Hübner. Die 38-Jährige aus Berlin ist 367 Marathons an 367 aufeinanderfolgenden Tagen gelaufen. Damit ist sie aber noch lange nicht am Ende: Insgesamt will Hübner 495 Marathons in 495 Tagen absolvieren und diese Herausforderung im Herbst in Berlin vollenden. Wer schonmal einen Marathon gerannt ist, kann sich vielleicht ansatzweise vorstellen (bzw. auch nicht), wie es sich anfühlen muss, ein Jahr lang einfach jeden Tag einen Marathon zu laufen.
Dass Joyce nicht so gehyped wird wie Arda Saatçi ist aus meiner Sicht nicht nur mit der Red Bull Marketing-Power zu erklären. Ich denke ja, dass die Männer (auch wie Jonas Deichmann damals) deswegen mehr in die Medien kommen, weil sie eben nicht so leistungsfähig sind wie die Frauen auf den Langstrecken und deswegen wird das dann so hochgepusht bei den Männern. Bei den Frauen ist es eben eher normal und nicht so aufregend, oft wie im richtigen Leben, oder? Na ihr wisst, wie ichs meine…
(Also falls jemand noch eine sportliche Inspiration braucht. Gerade als ich das hier schreibe, gewinnt Zverev seinen ersten Grand-Slam-Titel in Paris. Was für ein historischer Erfolg für ihn. Glückwunsch!)
LIFESTYLE & KULTUR - Das Schöne
Falls ihr Dresdner seit kennt ihr in sicher. Und wenn ihr von außerhalb kommt, dann solltet ihr ihn unbedingt kennenlernen, wenn ihr mal hier seid. Die Rede ist vom Club “Beatpol”. Wie oben geschrieben, diese Woche war ich da bei Get Well Soon. Eines von vielen Konzerten, was ich dort schon erlebt habe. Und jedes Mal bin ich unglaublich happy dabei. Es ist für mich einer der besten Konzert-Clubs, die ich kenne. Der Saal existiert schon seit Ende des 19. Jahrhunderts, war lange Ball-Saal und zu DDR-Zeiten ein Filmtheater. Anfang der 90er nach der Wende eröffnete er als Konzertsaal und hieß damals Star-Club. Da kannte ich ihn allerdings noch nicht. Seit 2008 wurde er dann in Beatpol umbenannt. Ich denke, auch viele Künstler mögen die Atmosphäre dort. Denn obwohl der Club relativ klein ist, zieht er regelmäßig echt bekannte Namen an. Dann ist es besonders cool dort, weil man super nah an der Bühne sein kann, wie es in größeren Hallen, mit Absperrungen davor etc., niemals ist. Aber auch wenn ein Konzert mal überhaupt nicht ausverkauft ist, lohnt es sich dort zu sein. Ich habe schon Konzerte im Beatpol erlebt, wo vielleicht nur 50-100 Leute oder so drin waren. Dann kann sich eine ganz intime Stimmung zwischen den Fans und den Künstlern entwickeln. Also checkt die anstehenden Konzerte aus und wenn jemand dabei ist, den ihr sehen wollt, dann ist das Beatpol der richtige Ort dafür.
WERTE & FINANZEN - Relevantes vom Markt*
Diese Woche war keine einfache. Insbesondere am Freitag sind die Märkte regelrecht eingebrochen. Der DAX schloss am Freitag 0,75% im Minus und auch die US-Indizes rutschten ins Minus, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen deutlich übertrafen (also vor allem gab es fast doppelt so viele neue Stellen als erwartet) und damit Zinssenkungshoffnungen bremsten (warum das eigentlich Gute für die Märkte nicht unbedingt gut ist, erkläre ich gern ein anderes Mal). Unser Musterdepot bleibt davon unbeeindruckt – wir denken in Jahren, nicht in Wochen.
Wie haben sich unsere 3 Musterdepot-Aktien gehalten? Microsoft ist leicht runtergegangen gemeinsam mit dem gesamten Tech-Segment, allerdings nicht so stark wie die anderen. Auch Target ist etwas unter Druck gekommen, da aktuell die Inflationsängste steigen und sich dies auch etwas negativ auf die Konsum-Aktien auswirkt. Gegen den Trend und richtig schön stark gestiegen ist dafür unsere SAP-Aktie. Also ein durchaus ausgewogenes Verhältnis.
Und, vielleicht habt ihr es mitbekommen, wenn ihr in die Aktien tatsächlich investiert seid. Target hat diese Woche seine 234. Quartalsdividende in Folge gezahlt – 1,14 USD pro Aktie. Auf unsere 10 Aktien im Musterdepot macht das knapp 6,19 € netto (Leider schlägt auch hier der Staat mit Steuern zu). Nicht spektakulär – aber genau das ist der Charme eines Dividendenkönigs wie Target. Verlässlich, seit 1967. Und je mehr Aktien ihr irgendwann besitzt, um so höher werden die Dividendenzahlungen. Und diese bekommt ihr, egal ob der Kurs sinkt oder steigt. Ein schönes Gefühl, unsere erste Dividende.
Meine erste ETF-Empfehlung für das Musterdepot ist der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF (WKN: A2JAHJ / ISIN: NL0011683594).
Was steckt hinter diesem ETF? Er bündelt die 100 verlässlichsten Dividendenzahler aus den weltweiten Industrieländern – also Unternehmen, die seit Jahren regelmäßig und stabil Dividenden ausschütten. Nicht irgendwelche Wachstumswetten oder Tech-Werte, sondern bewährte Qualitätsunternehmen aus beispielsweise Finanzen, Energie und Gesundheit, die einen erheblichen Teil ihrer Gewinne an die Aktionäre über Dividenden zurückgeben.
Die Kosten sind mit 0,38% pro Jahr fair, das Fondsvolumen von knapp 8 Mrd. € zeigt, dass viele Investoren weltweit das genauso sehen, und die quartalsweise Ausschüttung – also März, Juni, September, Dezember – macht die Dividenden spürbar und planbar. Die aktuelle Ausschüttungsrendite liegt bei ca. 3,2% pro Jahr. Das nenne ich eine gute, sehr risikoarme Rendite. Und wenn man die Historie anschaut, bekommt man die Steigerung des ETF-Kurses ja noch inklusive mit über die Jahre. Also ein verlässlicher, passiver Geld-Lieferant – genau das, was wir hier suchen.
(Schaut mal, tolles Chart-Bild. Das ist die Entwicklung des Kurses in den letzten 5 Jahren, 77% Steigerung. Und dazu noch die Dividenden)
Für alle von euch, die noch am Anfang stehen: Dieser ETF ist bei fast allen deutschen Brokern per Sparplan besparbar – Trade Republic, Scalable Capital, Comdirect und viele mehr. Man kann also auch mit kleinen monatlichen Beträgen einsteigen.
Sobald ich in den nächsten Tagen oder 1-2 Wochen einen ersten Kauf des ETFs tätige, lasse ich es euch wissen. Aktuell ist mir der Markt etwas zu nervös.
MUSIK - Tipps zum Tanzen und Hören
Am Anfang habe ich euch ja geschrieben, dass es eine eher voll gepackte Woche war und ich doch immer mal zwischendrin durchatmen musste. Was dann einfach gut tut und mich etwas runterholt, ist gute chillige Musik. Einfach kurz hinlegen, ruhig ein- und ausatmen und dann 20-30 Minuten zur Ruhe kommen. Dann geht es vielleicht etwas leichter und mit neuer Kraft weiter. So geht es mir jedenfalls. Damit ihr das auch mal für euch probieren könnt, habe ich euch 10 ruhige Titel zusammengestellt.
Und vertraut mir. Wenn ihr es bis zum letzten Song hört verspreche ich euch, dass ihr mit einem Lächeln aufstehen werdet und es weiter gehen kann. Probiert es!
In diesem Sinne, startet mit einem Lächeln in die neue Woche.
Und falls du eventuell noch andere kennst, denen du das gönnen willst, schick ihnen einfach diesen Link: oscillarsradar.com
*Ein kleiner Nachtrag in eigener Sache (Disclaimer): Ich teile hier meine persönlichen Gedanken und Investitionen. Dies ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Märkte sind unberechenbar, und Investitionen sind immer mit Risiken verbunden. Bitte bilde dir immer deine eigene Meinung und investiere nur Geld, dessen Verlust du dir im schlimmsten Fall leisten kannst.







