Oscillars Radar N°19/26
Sitzen - Liegen - Nicht bewegen
Aktuell komme ich mir vor wie damals, Mitte der 90er, Zelturlaub in Irland. 3 Wochen lang nur Sonne, kein Tropfen Regen, aus heutiger Sicht moderate, aber damals für Irland irre 25-30 Grad. Und jeder Ire und jede Irin sprachen nur über das Wetter.Damals gefühlt ein absolutes Jahrhundertereignis.
So wie das, was wir hier grad erleben, ebenso einmalig (hoffentlich) anmutet. Also schreibe auch ich jetzt über das Wetter und rede mit jedem darüber. Das Hirn geht irgendwie in so einen weichen und passiven Modus über, man will eigentlich nicht mal nachdenken. Ich habe von Menschen gehört, die seit Tagen in ihrer Wohnung 30-35 Grad haben und erleiden müssen. Da bin ich hier bei uns mit einigem unter 30 noch bestens bedient. Trotzdem, es reicht mir gerade dazusitzen und mich darauf zu konzentrieren, dass meine eh schon warme Haut nicht zu großflächig Kontakt zu Stoff oder ähnlichem hat. Das macht auch das Liegen grad so schwer. Fühlt ihr, was ich meine?
Aber hier in Deutschland haben wir es zumindest in den nächsten beiden Tagen erstmal wieder geschafft mit der Hitzewelle. Wir kommen unter 25 Grad. Grund genug, dann mal endlich wieder über das (kalte) Wetter zu reden.
PERSÖNLICHES - Mein Highlight
Es deutete sich ja schon an. In der vergangenen Woche hieß es vor allem, diese heftige Heatwave zu “überleben”. Und obwohl dieses Wochenende viele tolle Ereignisse stattfanden - die Dresden Monarchs haben ihr Spitzenspiel gegen Potsdam gewonnen, das Elbhangfest war sicher auch toll, und im Rudolf-Harbig-Stadion hat Kraftklub gespielt - so ist doch das Highlight der Woche: MEIN BÜRO. Ganz einfach deswegen, weil es gekühlt ist und ich dort ganz unbelastet von der Hitze normal arbeiten konnte die letzten Tage. Ich empfinde das als wirklich riesiges Privileg und nehme das voller Demut an. Respekt, Bewunderung und Dankbarkeit für all die vielen Menschen in Serviceberufen oder im produzierenden Gewerbe, die bei diesen Temperaturen in Küchen, Backstuben, überhitzten Krankenhäusern oder Altenheimen körperlich arbeiten müssen. Es ist gar nicht genug zu schätzen, was von ihnen geleistet wird. Danke dafür! Wohl eher ist dann doch das und die Menschen dahinter mein Highlight der Woche.
IMPULSE - Inspirationen für Kopf, Körper, Seele
Passend zum Wetter geht es hier heute um Körperwerte. Ich habe ein Jahr lang ein Whoop-Armband getragen und ein dafür notwendiges Jahres-Abo gezahlt. Hier nun meine Erfahrungen damit.
Für alle, die das Ding noch nicht kennen, was ist die Whoop überhaupt: Einfach gesagt, ist es schlicht ein Armband mit einer Art integriertem Chip (ein sogenanntes Wearable). Kein Display. Keine Benachrichtigungen. Keine Schrittzählung. Es sitzt am Handgelenk und misst rund um die Uhr im wesentlichen drei Dinge. Zum einen wie viel du deinem Körper so über den Tag abverlangt hast (Strain), wie gut du dich erholt hast (Recovery) und wie dein Schlaf wirklich war — nicht wie du dachtest, dass er war. Das Teil läuft über ein Abo (zwischen 199,- und 399,- € pro Jahr), das Band selbst mit dem “Chip”kostet interessanterweise nichts extra, obwohl es ja die technische Grundlage für alles ist.
Jetzt bin ich wie gesagt seit einem Jahr dabei — und mein Fazit fällt ziemlich eindeutig, nämlich positiv, aus.
Definitiv kann ich sagen, dass ich dadurch meinen Körper nun noch etwas besser kennengelernt habe. Einfach durch das permanente Sammeln der Daten meines Körpers. Wann erholt mein Körper sich wirklich? Was macht schlechter Schlaf mit meiner Leistungsfähigkeit am nächsten Tag? Wie reagiere ich auf Alkohol, Stress, intensive Trainingswochen? Die Whoop zeigt Dir einfach komplett an, was Sache ist und was Du tun musst, damit sich Deine Daten verbessern. Integriert ist mittlerweile auch ein ziemlich guter AI-Assistant, mit dem man sich austauschen und darüber noch mehr Tipps erhalten kann.
Wie ihr wisst, laufe, also jogge ich ja auch ab und zu mal. Da brauchte ich zum Aufzeichnen der Strecken etc. dann doch nach wie vor noch zusätzlich meine Garmin-Uhr. Für Sportarten wie Laufen und Radfahren ist die dann schon im Vorteil: GPS, Pace, Streckendaten, Herzfrequenz liefert sie in Echtzeit. Das kann die Whoop nicht. Das war schon etwas doppelt gemoppelt dadurch und etwas störend, für die Läufe zwei Armbänder um die Handgelenke zu haben. Etwas aufwendiger war deswegen bei Apple Health auch die Einrichtung der Synchronisation. Die Einstellungen zwischen den beiden Geräten mussten gut abgestimmt werden, damit nicht alles doppelt getrackt wird.
Wenn es einem jedoch nicht so sehr um die Live-Daten geht, kann man aber bei der Whoop alle möglichen Sportarten einstellen und aufzeichnen. Da macht sie echt ebenfalls einen guten Job, vor allem dann nützlich für die Nachbetrachtung.
Nach einem Jahr habe ich das Abo nun wieder beendet. Nicht weil ich die Whoop schlecht fand — im Gegenteil. Aber ein Jahr Nutzung reicht aus meiner Sicht. Du lernst in der Zeit gut, wie dein Körper auf Belastungen und Erholung reagiert. Ich hatte vorher ja schon die Garmin, die viele Daten liefert. Aber die Whoop geht doch nochmal tiefer rein, liefert je nach Abo auch EKG und Blutdruck und bei dem preislich intensivsten Abo auch eine permanente Überprüfung Deines Herzrhythmus, sodass entsprechende Störungen sofort einen Alarm auslösen würden. Kann also durchaus lebensrettend sein.
Mein Fazit: Wenn ich ein sehr gesundheitsorientierter Mensch bin und (so wie ich) auch ein bisschen Daten-Freak, dann ist die Whoop echt eine gute Wahl. Mit zunehmender Zeit ist sie wie ein treuer Begleiter, insbesondere auch durch den AI-Assi, und wird immer unauffälliger bis kaum noch spürbar am Handgelenk. Nachteile sind wie beschrieben die fehlenden Live-Daten wegen des fehlenden Displays. Und auch für Leute die gern Uhren stellt sich die Frage, ob man mit der Whoop und der Uhr dann um beide Handgelenke etwas tragen will.
Apropos Garmin: Nächste Woche stelle ich euch meine neue Forerunner 970 vor — den Nachfolger der 965, die ich bisher getragen habe. So ganz ohne Messen komme ich doch nicht aus. Mehr dazu nächste Woche in N°20.
LIFESTYLE & KULTUR - Das Schöne
Die Fans wissen es, “The Bear - Staffel 5” ist draußen, wieder auf Disney+. Es gibt 8 neue Folgen, von recht kurz, so um die 25min, bis am Ende über 1h je Folge.
Ich weiß nicht, wie es euch mit Staffel 4 ging. Würde mich echt mal interessieren, wie ihr sie fandet. Für mich wurde da alles schon etwas zu kompliziert und anstrengend, teils langatmig und trotz allen Dramas etwas ereignislos. Könnt ihr das bestätigen oder hat sich nur mein Empfinden über die Zeit verändert? Die ersten beiden Staffeln fand ich wirklich richtig grandios und innovativ auch.
Ich will hier nicht spoilern. Die 5. Staffel geht von der Handlung her nahtlos da weiter, wo die 4. aufgehört hat. Natürlich schaue ich die Staffel bis zum Ende durch. Es ist schließlich wohl definitiv die letzte. Bin gespannt auf eure Meinung.
WERTE & FINANZEN - Relevantes vom Markt*
Die Übertragung unserer 3 Depot-Aktien zur ING-Bank ist noch nicht ganz durch. SAP und Target sind bereits auf dem Konto, auf Microsoft warte ich noch. Ich gehe schon davon aus, dass das im Laufe der nächsten Woche passiert. Dann kann ich die automatische Sync zwischen ING und Parqet einstellen und hier habt permanent Live-Daten des Musterdepots zur Verfügung.
Neue Käufe gibt es nicht. Die Marktschwankungen werden aktuell immer breiter, die Unsicherheit nimmt zu. Noch dazu wird es erfahrungsgemäß im Sommer meist ruhiger an den Börsen und das Handelsvolumen der Aktien nimmt ab. Dadurch schwanken sie auch noch stärker und die Performance ist meist in der Zeit ein wenig schwächer. Ich warte noch auf einen Rücksetzer. Dann kommen weitere Käufe. Microsoft und SAP haben sich die letzten zwei Tage wieder gut gefangen und Target ist aktuell unser Best-Performer im Depot. Bin recht zufrieden in Anbetracht der schwierigen Zeiten.
Heute möchte ich euch kurz meine zukünftige Anlage-Strategie hinter dem Musterdepot erklären.
Es ist die sogenannte Core & Satellite Strategie. Sie ist relativ simpel. Der Kern (Core) des Musterdepots besteht aus breit gestreuten ETFs: eher günstig von den Anschaffungskosten her, passiv, bisschen langweilig (lest vielleicht nochmal in N°15/26 nach, als ich ETFs ausführlich erklärt habe). Aber genau so sollen sie auch sein. Rund 60 bis 70 Prozent des Depots werden wir mit solchen ETFs befüllen. Der Rest (die Satelliten) sind Einzelaktien — gezielt für euch ausgewählt, mit mehr Potenzial, aber natürlich auch mit etwas mehr Risiko als ein breitgestreuter ETF. Target, Microsoft, SAP haben wir bereits. Es werden vermutlich noch 3-4 dazu kommen mit der Zeit.
Die Logik hinter der Strategie: Der Core ruht und entwickelt sich von allein. Die Satelliten bewegen sich, halten uns auf Spannung, machen Spaß und entwickeln sich idealerweise etwas stärker als die ETFs.
Fragt mich, wenn ihr mehr Details dazu wissen wollt.
MUSIK - Tipps zum Tanzen und Hören
Wie immer zum Monatsende, fast schon eine kleine Tradition, findet ihr gleich den Oscillars MusicRadar 06/26. Er besteht wieder aus 10 Songs, die mich im Juni begleitet haben. Unter anderem erinnert ihr euch vielleicht an das Konzert von GetWellSoon im Beatpol. Die sind also definitiv dabei. Für die anderen Songs könnt ihr reinhören und euch überraschen lassen.
Da ihr den Radar vermutlich bei noch immer knapp 40 Grad Außentemperatur lesen werdet und als Dankeschön, dass ihr wieder bis zum Ende durchgehalten habt, bette ich euch mal einen Song zum Abkühlen hier ein. Ihr kennt ihn alle.
Schließt die Augen, imaginiert eure Füße im kalten Wasser und lasst es entspannt auf euch einwirken. Bis bald und auf kühlere Tage.
*Ein kleiner Nachtrag in eigener Sache (Disclaimer): Ich teile hier meine persönlichen Gedanken und Investitionen. Dies ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Märkte sind unberechenbar, und Investitionen sind immer mit Risiken verbunden. Bitte bilde dir immer deine eigene Meinung und investiere nur Geld, dessen Verlust du dir im schlimmsten Fall leisten kannst.







