Oscillars Radar N°21/26
Tourmalet, allez!
Meine Woche war ziemlich stark geprägt von wichtigen Meetings im Job. Also nichts für euch, eher langweiliger Business-Kram. Aber ich war ganz froh, dass es gut lief. Damit kann ich etwas beruhigter die letzte Arbeitswoche vor dem Urlaub angehen. Ist ja auch manchmal nicht so unwichtig.
Dieses Wochenende war ich wieder bei meiner älteren Tochter zu einem Kurzbesuch in Frankfurt. Muss doch schauen, wie es ihr und den Kleinen in ihrem Bauch geht. Ihr erinnert euch? Ich werde Opa. Und ich kehre grad glücklich, weil alles erstmal gut aussieht, im Zug zurück nach Hause. Da machen mir die aktuell schonmal anstehenden 90min Verspätung nicht so viel aus. Der Triebwagen schwächelt wohl etwas und wir sind grad mit straffen 30km/h im ICE unterwegs. Aber die Deutsche Bahn ist nett. Es gibt scheinbar die Regel, dass es für jeden Fahrgast ab 60min Verspätung ein stilles Wasser aufs Haus, respektive die Bahn, gibt. Was will man mehr.
Passend dazu: ”Es gibt keinen Weg zum Glück – Glücklichsein ist der Weg.” - wie schon der berühmte vietnamesische Zen-Meister Thich Nhat Hanh sagte.
PERSÖNLICHES - Mein Highlight
Letzte Woche hatte ich es bereits angedeutet. Die Tour de France wird sich so langsam in meinen sportlichen Aufmerksamkeitsfokus schieben. Und diese Woche tat sie es mit Macht. Die 6. Etappe war die erste so richtig heftige Berg-Etappe, Pyrenäen. Eigentlich wollte ich die Aufzeichnung nur durchscrollen und schauen, wie es so lief. Doch dann musste ich fast komplett schauen und verzichtete sogar auf das an dem Abend parallel stattfindende WM-Viertelfinale Frankreich gegen Marokko. So fesselnd war es.
Tadej Pogačar ist den legendären Berg (mit 2.115 Metern der höchste asphaltierte Bergpass der französischen Pyrenäen) in 43:12 Minuten hochgefahren, über zwei Minuten schneller als sein eigener Rekord von 2023, als er die Strecke noch gemeinsam mit Vingegaard absolvierte. Diesmal fuhr er allein davon und ich hatte das Gefühl, er konnte es gar nicht abwarten, endlich loszulegen. Am Ende der schweren Etappe nahm er Vingegaard mehr als 2:42 Minuten ab, so viel wie noch nie auf einer einzigen Etappe. Im Grunde genommen ist die Tour damit entschieden, wenn Tadej sich nicht bei einem Sturz schwer verletzen oder irgendwie krank werden sollte. Keine Ahnung, ob das Ganze nun mit oder ohne Doping stattfindet bei ihm. Es ist eine so unglaublich starke sportliche Leistung, bei diesen Temperaturen und mit diesen Geschwindigkeiten die Berge zu erklimmen. Dazu nahm er auf der Abfahrt den anderen auch noch richtig viel Zeit ab. Er kann also nicht nur schnell hochfahren, sondern auch technisch perfekt und wahnsinnig mutig nach unten.
Grandiose Leistung und ob nun die Tour entschieden ist oder nicht. Wir haben noch 2 Wochen mit sicher vielen weiteren spannenden und begeisternden Momenten vor uns.
IMPULSE - Inspirationen für Kopf, Körper, Seele
Nachdem ich in den letzten beiden Wochen mit der Garmin-Uhr und dem Whoop-Armband eher sportlich-körperlich unterwegs war, möchte ich heute mal wieder eher was für den Kopf bringen. Wobei ja eigentlich alles, was wir für Kopf und Körper tun, letzten Endes auch positive Auswirkungen auf unsere Seele hat, oder?
In einer kleinen Diskussion mit anderen Leuten hier auf Substack ging es diese Woche um Feedback geben. Da habe ich kurz schon was zu der guten WWW-Regel gesagt und dabei den Gedanken gehabt, dass diese Regel, das Konzept, eine längere Erörterung hier im Letter unter dieser Rubrik verdient hat.
Also, das schonmal vorweg, WWW hat in diesem Falle nichts mit dem Internet zu tun. Ich habe die Regel das erste Mal vor vielen, vielen Jahren von meiner damaligen Coachin kennengelernt. Es ging da für mich als Führungskraft darum, meinen Mitarbeitern oder auch mal Kollegen ein gutes, wertschätzendes, möglichst wenig verletzendes Feedback, also eine gute Rückmeldung zu geben. Das kann zu bestimmten Entscheidungen, Verhaltensweisen, Präsentationen, Projekten oder was auch immer sein. Eben zu allem, zu dem man Feedback geben könnte. Und über die vielen Jahre als Führungskraft habe ich das immer wieder angewandt, aus meiner Sicht meist erfolgreich. Aber vermutlich muss man die anderen dazu befragen, die es von mir erhalten haben.
Feedback zu geben, wenn alles gut läuft und es keine Konflikte gibt, ist ja einfach. Da sagt man schlicht “super gemacht” oder sowas und alle sind happy. Das Tolle an der WWW-Regel:
Durch die klar strukturierte und vor allem bewertungsfreie Kommunikation nimmt man zu großen Teilen die Emotionen aus Situationen und Konflikten. Und das eben nicht nur im Business-Kontext, sondern auch, vielleicht sogar besonders, in privaten Situationen.
Das sind die 3 Säulen der Regel:
[W1] Wahrnehmung – Die wertfreie Beobachtung
Beschreibe ausschließlich ohne zu bewerten. Keine Adjektive wie „schlecht“, „unzuverlässig“ oder „unfair“. Ganz wichtig, bleib immer in der Ich-Form („Mir ist aufgefallen…“, “Ich habe festgestellt…”), statt mit dem Finger vorwurfsvoll auf den anderen zu zeigen.[W2] Wirkung – Die Konsequenz für die Situation
Erkläre sachlich, was die Wahrnehmung ausgelöst hat. Was verändert sich damit an der Situation oder der Dynamik zwischen euch aus deiner Sicht. Wenn du das so aufzeigst, versteht dein Gegenüber vielleicht eher das Warum, ohne gleich in die Verteidigung gehen zu müssen/wollen.[W3] Wunsch – Die gemeinsame Ausrichtung
Hör nicht beim Problem auf. Formuliere ein konkretes, lösungsorientiertes Ziel für die Zukunft. Das schafft Verbindlichkeit und zeigt den (idealerweise gemeinsamen) Weg nach vorne.

Mal ganz ehrlich, das Beispiel ist doch brillant, oder? Ich dachte, das können wir einfach regelmäßig nutzen. Insbesondere ist das bestimmt im Umgang mit unseren Kindern hilfreich.
Und da wir hier im Impulse-Bereich sind. Wo läuft Kommunikation bei dir gerade heiß, passend zum aktuellen Wetter? Teste das WWW-Prinzip beim nächsten Mal doch direkt aus. Du wirst verwundert sein, wie gut es funktioniert.
Ein kleiner letzter Hinweis noch dazu: Probiere die Formulierungen, bevor du sie bei dem anderen anbringst, erst einige Male für dich allein aus, sprich sie einige Male vor dich hin. Die Art der Formulierung (Ich-Form, ohne Wertung etc.) ist erstmal ungewohnt. Du willst doch, dass es nicht künstlich wirkt, wenn du es einsetzt.
LIFESTYLE & KULTUR - Das Schöne
Ich weiß, man sollte nicht unbedingt Alkohol empfehlen. Aber erstens halte ich mich hier ja wirklich damit zurück und zum anderen gehört es, in vernünftigen Mengen natürlich, auch zu einem netten und immer mal entspannten Lifestyle. Heißt nicht, dass es nicht auch ohne nett sein kann natürlich. Na ihr wisst, was ich meine.
In einem der letzten Falstaff-Ausgaben wurden passend zum Hochsommer “Ready To Drink” Cocktails getestet und die Ergebnisse hier veröffentlicht. Es wurden also vorgemixte Cocktails verkostet, wie man sie mittlerweile fertig aus der Dose bekommt. Die Sieger findest du bei dem verlinkten und öffentlich zugänglichen Artikel.
Ich finde daran gut, dass du einfach mal bei spontanem Besuch die Dosen ins Kühlfach schmeißen kannst. Die Dosen kühlen unglaublich schnell. Du brauchst keinen Shaker, kein Rezept, es bleiben nicht halbleere Flaschen übrig, die dann drei Monate im Schrank stehen.
Also einfach eine wirklich nette Alternative, wenn mal keine Bar zur Hand ist. Hier sind meine Favoriten, für euch von mir persönlich probiert. Was ich nicht alles für euch mache.



WERTE & FINANZEN - Relevantes vom Markt*
In N°19 hatte ich euch bereits ausführlich unsere Core & Satellite Strategie fürs Musterdepot erklärt: ein ruhiger, breit gestreuter Core (60-70% des Depots) und dazu geeignete Satelliten – gezielt ausgewählte Einzelaktien wie Target, Microsoft und SAP, die etwas mehr Spannung und Potenzial reinbringen. Den ersten Baustein für diesen Core hatte ich euch in N°16 angeteasert, den VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF. Heute kommt Baustein zwei: der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (ISIN IE00B3RBWM25). Der VanEck Dividend Leaders pickt gezielt Qualitätsunternehmen mit hohen, nachhaltigen Ausschüttungen (sog. Dividenden) heraus, während der Vanguard FTSE All-World breit und nicht selektiert mit über 3.600 Positionen praktisch den gesamten investierbaren Welt-Aktien-Markt abbildet. Die TER (jährliche Gesamtkostenquote) liegt bei günstigen 0,19% pro Jahr, also absolut ok und vergleichsweise günstig.
Damit sind zwei unserer geplanten drei Core-Bausteine geklärt. Der dritte fehlt noch. Das wird ein Baustein sein, der gezielt dort investiert, wo der All-World bewusst untergewichtet ist. Mehr dazu erkläre ich euch nächste Woche.
Falls ihr zu ungeduldig seid und nicht so wie ich auf einen potentiellen Rücksetzer am Markt warten wollt, könntet ihr auch schon mit kleineren Beträgen und einem Sparplan in die beiden ETFs investieren. Auf lange Sicht ist das völlig ok.
MUSIK - Tipps zum Tanzen und Hören
Heute gibt es mal was Klassisches hier, also weniger zum Tanzen. Naja vielleicht was für den sogenannten “Engtanz”. Man kann ja grundsätzlich zu allem tanzen.
Weiß auch nicht, wo ich das gehört habe. Andrea Bocelli mit “Canto della Terra”, herrlich schmachtend und gefühlvoll. Ab und zu brauche ich sowas. Also wenn ihr die Woche mal alles rauslassen wollt, dann hört euch das an. Ich fand es die letzten Tage mehrfach toll und hörenswert.
Vielleicht findet ihr jemanden zum Umarmen beim Hören des Liedes und schwelgt gemeinsam durch die Woche. Es wird wieder warm.
*Ein kleiner Nachtrag in eigener Sache (Disclaimer): Ich teile hier meine persönlichen Gedanken und Investitionen. Dies ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Märkte sind unberechenbar, und Investitionen sind immer mit Risiken verbunden. Bitte bilde dir immer deine eigene Meinung und investiere nur Geld, dessen Verlust du dir im schlimmsten Fall leisten kannst.





